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Sportschießen

Das ist die beste Herzinfarkt-Prophylaxe

Frau Pfeifer, wie sind Sie denn zum Sportschießen gekommen?

Eher durch Zufall. Ein befreundeter Nachbar, der das Sportschießen betreibt, hat meinem Mann und mir davon erzählt und unser Interesse geweckt. Zuerst hat es dann mein Mann ausprobiert, irgendwann bin ich dazugestoßen und konnte mich sehr dafür begeistern. Mittlerweile betreibe ich das Sportschießen seit über 3 Jahren in einem Verein. Übrigens war ich die erste Frau, die Mitglied wurde in diesem Verein – mittlerweile sind es fünf.

Wie, wann und wo führen Sie Ihren Sport aus?

Das hängt ein wenig von der verfügbaren Zeit ab. Grundsätzlich gehe ich im Verein alle zwei Wochen zum Kurzwaffentraining und alle vier Wochen zum Langwaffentraining, das sind Waffen mit einer höheren Reichweite. Darüber hinaus nehme ich vor allem an internen Wettkämpfen teil, um meine Fortschritte zu bemerken und mich kontinuierlich zu verbessern. Ich habe die Berechtigung für drei Waffen: einen Revolver, eine halbautomatische Flinte und eine halbautomatische Büchse.

Das heißt, man kann bei Ihrem Sport mit ganz verschiedenen Waffen schießen?

Genau. Das ist eine Frage des Geschmacks und auch der momentanen Stimmung. Während es bei kleineren Waffen mehr um Präzision und Fokus geht, kommt es bei größeren Geräten – die auch mehr Krach machen – eher auf Kraft an. Das findet man durch Ausprobieren im Verein heraus. Irgendwann weiß man, welche Waffen einem liegen. Und die können sich hinsichtlich Kaliber, also Patronengröße, Schießmuster und Reichweite sehr stark unterscheiden.

Um Ihren Sport ausüben zu dürfen, mussten Sie vorher aber viele Voraussetzungen erfüllen. Welche Schritte sind da notwendig?

Zunächst muss man eine theoretische Sachkundeprüfung erfolgreich bestehen. Da geht es nicht nur um nachgewiesene Kenntnisse über alle möglichen Waffen, sondern zum Beispiel auch um rechtliche Aspekte. Dann benötigt man ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Weiterhin muss man einem Verein angehören, der sich unter einem Dachverband organisiert. Und man muss eine bestimmte Zeit lang im Verein schießen. Wenn man das alles erfüllt hat, bekommt man eine Waffenbesitzkarte, mit der man sich dann eine Waffe und die entsprechende Munition kaufen darf.

Was sagen Sie Menschen, die behaupten: Schießen ist doch kein Sport?

Habe ich am Anfang auch gedacht – stimmt aber absolut nicht. Da kommen sehr viele Dinge zusammen, die einen körperlich und mental stark fordern. Man muss zum Beispiel sehr ruhig stehen bei gleichzeitig ausgestrecktem Arm, seine Muskeln komplett anspannen, in einer bestimmten Weise atmen. Außerdem gibt es dynamische Disziplinen, bei denen man sich mehr bewegen muss. Es gibt Studien, die zeigen, dass man beim Sportschießen so viele Kalorien verbraucht wie beim Hochleistungssport. Ich selbst mache das aber nicht der Fitness wegen, sondern vor allem zum Fokussieren und Abschalten.

Sie betreiben den Schießsport jetzt seit über drei Jahren. Bemerken Sie einen Effekt in Ihrem Leben?

Ja, ich bemerke das im Alltag und auch mein Mann spiegelt mir den Effekt: Ich bin ruhiger und fokussierter geworden. Auch mein Mann reagiert vor allem in Stresssituationen nun viel gelassener. Wenn wir aus dem Training kommen, sind wir immer entspannt und auch rechtschaffen müde. Danach ist man ist auf „Reset“ geschaltet. Ich sage immer: Das ist die beste Herzinfarkt-Prophylaxe!

Wem würden Sie den Sport empfehlen?

Ich empfehle ihn Menschen, die Konzentration in einem ernsthaften Sport suchen. Das Schöne am Sportschießen ist, dass man es für sich alleine ausführt und gleichzeitig, bei Bedarf, am Vereinsleben teilnehmen kann. Bei uns im Verein zum Beispiel sind Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen vertreten und der Austausch untereinander ist toll. Wer sich für das Sportschießen interessiert, kann es als „Gastschütze“ in einem Verein unter professioneller Aufsicht ausprobieren. Diese professionelle Aufsicht ist natürlich unabdingbar, mit voller Unterstützung und aller notwendigen Sicherheit.

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