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Poolbillard Peter Wiesmeth

„Eine gute Mischung aus körperlichem Geschick und mentaler Disziplin“

Poolbillard spielt Peter Wiesmeth, Klöckner-Mitarbeiter beim Vertrieb Dach- und Wandprodukte der Niederlassung Regensburg, schon seit seiner Jugend. Sogar bei Deutschen Meisterschaften hat er seinen Queue bereits eingesetzt.

 

Wie sind Sie zum Poolbillard gekommen?

Durch meinen Vater, der übrigens auch hier am Standort Regensburg arbeitet, als LKW-Fahrer. Er hat selbst in Ligen gespielt. Aktiv spiele ich seit 1994 und wurde anfangs auch von meinem Vater trainiert. Er begleitete mich und auch andere Jugendliche auf zahlreiche Turniere damals – von der Jugend-Bezirksmeisterschaft über Landesmeisterschaft bis hin zur Deutschen Meisterschaft. Er leistete eine hervorragende Jugendarbeit.

 

Und wie üben Sie den Sport heute aus, neben Ihrem Vollzeit-Job bei Klöckner?

Jetzt habe ich natürlich weniger Zeit dafür als früher. Gerade trainiere ich so zwei bis drei Mal die Woche, in meinem Verein SP Regensburg. Ich spiele in der 1. Mannschaft in der Verbandsliga, die auch Landesliga genannt wird. Wenn man richtig trainieren und seine Leistung auch kontinuierlich steigern will, muss man schon viele Stunden in einer Woche dafür investieren.

 

Beschreiben Sie mal für einen Laien, was Poolbillard ist und wie das Spiel abläuft.

Grundsätzlich gibt es beim Poolbillard vier Disziplinen, daneben noch einige spezielle. Die Disziplin, die die meisten Menschen zum Beispiel aus Gaststätten kennen, ist das sogenannte 8-Ball. Dabei wird mit allen 15 Kugeln und dem weißen Spielball gespielt. Die 15 Kugeln bestehen aus 7 vollfarbigen und 7 gestreiften Kugeln sowie der schwarzen 8. Beide Spieler müssen versuchen, erst ihre jeweilige Farbgruppe einzulochen und zum Schluss die schwarze 8. Bei den Disziplinen 9-Ball und 10-Ball geht es darum, die Kugeln nach der Zahl aufsteigend in Reihenfolge zu versenken, wobei das beim 10-Ball mit Ansagen passiert: Ich kündige also an, welche Kugel in welches Loch ich spielen möchte. Die Disziplin 14/1 wiederum ist theoretisch ein endloses Spiel – es geht darum, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen und es muss keine Reihenfolge bei den Kugeln eingehalten werden.

 

Und wie funktioniert das bei Liga-Spielen?

Bei Liga-Spielen trete ich mit meiner 4-köpfigen Mannschaft gegen andere 4-köpfige Mannschaften an. Pro Duell gibt es immer drei Durchgänge. Im ersten Durchgang werden alle vier Disziplinen gespielt, dabei tritt in jeder Disziplin ein anderes Mannschaftsmitglied gegen einen Gegner an. Der zweite Durchgang ist ein Doppel-Duell im 9-Ball und 10-Ball, jeweils zwei Mannschaftsmitglieder treten gegen das andere 2er-Team an und wechseln sich beim Spielen ab. Und der dritte Durchgang läuft dann wieder genauso ab wie der erste Durchgang. Wer welche Disziplin innerhalb einer Mannschaft aus taktischen Gründen am besten spielt, das wird vorher im jeweiligen Team abgesprochen.

 

Was sagen Sie jemandem, der behauptet, Poolbillard sei körperlich nicht anstrengend?

Das stimmt einfach nicht. Erstens kann so ein Spieltag – ob mit der Mannschaft oder auch bei Einzelturnieren – sehr lange dauern, bis zu 10 Stunden. Das kann sehr anstrengend sein. Beim Poolbillard geht es zudem um totale Körperbeherrschung: Der Bewegungsablauf von der Schulter bis zum Unterarm und zur Hand muss da exakt passen. Ich finde, dieser Sport ist eine gute Mischung aus körperlichem Geschick und mentaler Disziplin.

 

Inwiefern wirkt sich der Sport denn mental auf Ihren Alltag aus?

Poolbillard hilft mir definitiv dabei, ruhiger und nervenstärker zu werden. Situationen, wo sonst große Anspannung herrscht, machen einem nicht mehr so viel aus. Wenn Du die letzte Partie spielst bei einer Meisterschaft und es ist eng und es hängt somit eine Menge von Dir ab, dann macht das was schon mit Dir.

 

Wie sieht Ihr persönliches Equipment aus für diesen Sport?

Meine Ausrüstung besteht aus einem Spiel-, einem Breakqueue, einer Ledertasche und diversen Pflegemitteln. Auch wenn das Ganze schon etwas älter ist, hat es einen ungefähren Neuwert von ca. 1.000 – 1.250 Euro. Was im mittleren Preissegment liegt.

 

Was würden Sie jemandem empfehlen, der Poolbillard „mal ausprobieren“ will?

Wenn jemand Interesse daran hat, sollte er sich einen Verein in der Nähe anschauen. Meistens kann man da günstiger spielen, als wenn man das hobbymäßig irgendwo macht – in einer Kneipe zahlt man so 7 bis 8 Euro die Stunde und Getränke kommen ja auch dazu. Außerdem hat man in Vereinen größere Zeiträume, in denen man spielen kann, und ist dadurch flexibler. Da Poolbillard ein Randsport hierzulande ist, freuen sich die Menschen dort auch besonders, andere von ihrem Sport zu begeistern.

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