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Hobby Fußballschiedsrichter

Ihm tanzen sie nach der Pfeife

Herr Hasler, wie sind Sie Fußballschiedsrichter geworden?

Früher habe ich selbst Fußball gespielt. Irgendwann habe ich eingesehen, dass ich das einfach nicht so gut konnte wie andere Mitspieler und habe nach einer neuen Herausforderung gesucht. So kam ich mit 14 zum Schiedsrichten. Das hat mir ziemlich schnell großen Spaß gemacht. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung: Das letzte Spiel nochmal analysieren, was lief gut und was lief nicht gut – und dann an sich arbeiten. Das reizt mich.

Beschreiben Sie den Sport und die Funktion des Schiedsrichters dort mal etwas genauer!

Ab der C-Jugend, das sind die Unter-15-Jährigen (U 15), wird Fußball auf einem Großfeld mit elf gegen elf Spielern gespielt. Der Untergrund kann Rasen, Kunstrasen oder Acker sein. Ein Spiel dauert in der Regel 90 Minuten, in der Jugend auch weniger. Schiedsrichter werden im Fußball ab der D-Jugend, das entspricht der U 13, eingesetzt. Je nach Liga ist man als Schiedsrichter entweder allein auf dem Platz oder hat noch zwei Assistenten dabei. Das Equipment besteht aus einer Pfeife, Stift, Spielnotizkarte, Wählmarke für die Platzwahl, gelber und roter Karte. Die Assistenten erhalten jeweils eine Fahne.

Wie bereiten Sie sich auf ein Spiel vor?

Ich informiere mich ganz genau vorher. Wie stehen die Mannschaften in der Tabelle? Aufstiegsgipfel oder purer Abstiegskampf? Wo liegen die Mannschaften in der Fair Play-Tabelle? Wie verlief das Hinspiel? Auch viel Organisatorisches muss ich vorbereiten: Die Fahrtzeit zum Spielort muss ich einplanen und mindestens eine Stunde vor Anpfiff vor Ort sein. Dort treffe ich mich dann mit den Assistenten vorab zur Besprechung. Als Schiedsrichter bereitet man sich sowohl körperlich als auch regeltechnisch immer auf ein Spiel vor. Das unterscheidet sich von einem Fußballer, der „stur“ dem Ball hinterherjagt und draufhaut.

Wie kann man sich als Schiedsrichter verbessern bzw. in höhere Ligen aufsteigen?

Es gibt Leistungsprüfungen, die einen schriftlichen und praktischen Part haben. Außerdem wird man gelegentlich von sogenannten Beobachtern bei Spielen bewertet. Bei besonders guter Leistung kann man dann freiwillig zum Ende einer Saison in eine höhere Liga aufsteigen.

Hat das Hobby Schiedsrichter auch Auswirkungen auf Ihr berufliches und privates Leben?

Definitiv. Beim Schiedsrichten muss ich schnell Entscheidungen treffen und Verantwortung dafür übernehmen. Dazu gehört auch, Fehler einzugestehen und kritikfähig zu sein. Das stärkt meine Persönlichkeit und hilft mir im privaten und beruflichen Alltag sehr. Deswegen würde ich jedem Menschen empfehlen, das Schiedsrichten einmal auszuprobieren.

Wie kann man denn überhaupt Schiedsrichter werden?

Am besten über den jeweiligen Fußballverband vor Ort gehen. Dort sollten Interessierte schauen, wer der Lehrwart oder Schiedsrichter-Obmann ist und sich bei ihnen informieren, wann Schiedsrichter-Lehrgänge sind. Und einfach anmelden und sich darauf einlassen.

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