Fokus Mensch

Seelische Gesundheit: Das können Sie für sich tun

Digitalisierung und Globalisierung bringen uns viele Vorteile, sowohl privat als auch beruflich. Diese Entwicklungen machen die Welt aber auch immer schneller und herausfordernder. Ein zunehmend vernetztes Leben, in dem ständige Erreichbarkeit wichtig ist, erfordert viel Flexibilität und Agilität. Viele Menschen sehen sich dadurch einem erhöhten Druck und Erwartungen ausgesetzt, was sie seelisch belasten kann. Alle Gesundheitsreports der großen gesetzlichen Krankenkassen zeigen: Die Bedeutung psychischer Erkrankungen nimmt zu.

Wenn es etwa um die Fehlzeiten am Arbeitsplatz geht, war im Jahr 2018 jeder fünfte Fehltag (18 Prozent) psychisch bedingt – zu diesem Schluss kommt der TK Gesundheitsreport 2019. Das mag auch daran liegen, dass psychische Erkrankungen zunehmend enttabuisiert werden und sich mehr Menschen deswegen behandeln lassen. Der sich verändernde Umgang mit Depressionen ist ein Symptom dafür: Immer mehr Prominente stehen zur häufigsten psychischen Erkrankung und zeigen damit, dass diese jeden treffen kann.

Ein wichtiges Signal kam im Mai 2019 auch von medizinischer Seite: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat „Burnout“ als eigenständiges Syndrom anerkannt und in den Diagnose-Katalog mit aufgenommen. Ab Januar 2022 ist Burnout in über 190 Mitgliedsstaaten definiert als „Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“. Vorher gab es nur eine unspezifische Diagnose von Burnout, was es den Betroffenen häufig schwer gemacht hat.

Prävention von psychischen Problemen: von Achtsamkeitstraining bis Sport

Damit erst gar keine psychischen Probleme entstehen, kann man bereits viel für seine Seelenhygiene tun. Ein sehr wichtiger Pfeiler dabei ist der Umgang mit der eigenen Person: Selbstfürsorge und Achtsamkeit liegen voll im Trend. Durch bestimmte Übungen kann man zum Beispiel trainieren, Dinge bewusster wahrzunehmen, sich besser zu konzentrieren und von äußeren Faktoren unabhängiger zu machen und gelassener zu werden. Eine bewährte Technik dafür ist Meditation. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, die den positiven Effekt von Meditation auf die Gesamtgesundheit eines Menschen belegen.

Auch wer regelmäßig ein Hobby ausübt, das ein „Flow-Gefühl“ erzeugt, betreibt Prävention. Denn kleine Inseln der Freude und Muße, in der Zeit keine Rolle spielt, sind ungemein wichtig in unserer schnelllebigen Welt. Was das für eine einzelne Person bedeutet, ist höchst individuell: Für den einen Menschen kann es das Gärtnern, für den anderen das Musizieren und für wieder einen anderen Menschen der Sport sein. Vor allem über den Effekt von körperlicher Aktivität auf Depressionen gibt es eine Fülle von Studien. Ein moderates Ausdauertraining, zum Beispiel ein leichtes Lauf- oder Walking-Training 2 bis 3 Mal in der Woche, hat sich hier als hilfreich erwiesen.

Klöckner unterstützt bei psychischen Krisen

Auch bei Klöckner nimmt man das Thema sehr ernst. Ende 2016 wurde in der Konzernzentrale ein spezielles Beratungsangebot für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Leben gerufen. „Signale erkennen – Kraft gewinnen“ ist ein professionelles Gesprächsangebot, das suchenden Menschen helfen soll, Lösungen und Antworten zu finden auf Fragen wie: Warum fühle ich mich kraftlos? Welche Dinge kann ich tun, die mich stärken und entlasten, privat und beruflich? Ein energievollerer und kreativer Alltag mit mehr Lebensqualität soll so wieder möglich werden. Wer dieses kostenlose Angebot nutzen will, kann Kontakt aufnehmen mit dem Betriebsarzt oder direkt mit einem kooperierenden Diplom-Psychologen. Die Abwicklung erfolgt selbstverständlich anonym.

Mehr Informationen zum Thema:

Gesundheitsreport 2019 der Techniker Krankenkasse

Deutsche Depressionhilfe

 

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Geo Caching Susann Kern

Geocaching: Schatzsuche per GPS

Susann Kern ist gerne in der Natur unterwegs, unter anderem um dort zu fotografieren. Ob auf Reisen oder auch in der näheren Umgebung des Standortes Landsberg – spannende Motive haben es ihr angetan. Eine besondere Schwäche hat sie dabei für verlassene Orte, zum Beispiel Bunker und Militäranlagen. Als sie Ende 2016 in einem solchen unterwegs war, entdeckte sie eine geheimnisvolle kleine Dose. „Darauf stand, dass es sich um einen Geocache handelt. Ich hatte vorher noch nie davon gehört“, erklärt Susann Kern. Ein Geocache ist ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein kleines Logbuch und manchmal auch kleine Tauschgegenstände befinden. Die Person, die den Geocache findet, kann sich in das Logbuch eintragen und damit den Sucherfolg dokumentieren. Anschließend versteckt sie den Behälter wieder an derselben Stelle für nachfolgende Schatzsucher. Und natürlich kann man auch selbst Geocaches verstecken.

Geocaching: vom traditionellen Cache bis zum Rätsel-Cache

Fast jedes Wochenende geht Susann Kern mittlerweile ihrer Leidenschaft Geocaching nach. „Alles, was man dafür benötigt, sind ein internetfähiges Handy, die Geocache-App und Outdoor-Kleidung“, so Susann Kern. Richtige Profis schaffen sich auch ein zusätzliches Navigationsgerät, ein sogenanntes Garmin, an. Herunterladen kann man sich die App auf der internationalen Geocaching-Seite . So bekommt man angezeigt, wo sich Geocaches in der eigenen Umgebung befinden. Es gibt mehrere Schwierigkeitsgrade. Beim Traditionellen Geocache sind die Koordinaten veröffentlicht. Bei einem sogenannten Multi-Cache muss man mehrere Stationen durchlaufen, um den „Schatz“ zu finden. Und beim Rätsel-Cache gilt es zunächst ein Rätsel zu lösen, um an die Koordinaten zu kommen. Es gibt sogar richtige „Challenges“, bei denen Geocacher um die Wette suchen und „Erfahrungspunkte“ sammeln.

Geocaching: Natur, Teamgeist und Gehirnjogging

Susann Kern sucht nicht nur allein ihre „Schätze“, sondern auch im Team. „Ich habe hier eine Gruppe an Cachern in der Gegend. Dort sind alle Altersgruppen vertreten. Und die gemeinsame Schnitzeljagd macht besonders viel Spaß“, sagt sie. Sinn machen gemeinschaftliche Aktionen vor allem im abgelegeneren und unwegsameren Gelände – wie in einem Bunker etwa.
Die Digitalisierungsbeauftragte bei Klöckner kann dem Geocaching viele weitere Vorteile abgewinnen: „Du beschäftigst Dich sinnvoll in der Natur, machst Gehirnjogging und triffst neue Leute.“ Auch mit Umweltschutz kann das abwechslungsreiche Hobby verbunden werden: „Beim „Cache in – Trash out“ sammeln die Geocacher beiläufig Müll ein und beseitigen ihn.

Geocaching: Wie startet man?

Denjenigen, die nun Blut geleckt haben und Geocaching einmal ausprobieren wollen, rät Susann Kern: „Zunächst einmal die kostenlose App runterladen und schauen, welche Caches in der Nähe sind. Und am besten mit einfachen Schwierigkeitsgraden anfangen, also traditionellen Geocaches.“ Sie selbst hat mittlerweile schon höhere Schwierigkeitsgrade erfolgreich gemeistert – und ist ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. „Im Juli werde ich nach Paris fliegen und Geocaching in den Katakomben von Paris machen. Da freu ich mich schon total drauf.“

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Tai-Chi Zwickau

„Geschmeidig wie ein Kind, stark wie ein Holzfäller und gelassen wie ein Weiser“

Tai-Chi praktiziert Carsten Hartig, Klöckner-Mitarbeiter beim Vertrieb Dach- und Wandprodukte der Niederlassung Zwickau, seit knapp vier Jahren. Die auch „Schattenboxen“ genannte Sportart ist überraschend vielfältig.
 

Beschreiben Sie mal für einen Laien, was Tai-Chi ist. 

Tai-Chi ist eine Kampfkunst aus China. Entwickelt wurde sie für den bewaffneten und unbewaffneten Nahkampf. In jüngster Zeit stehen allerdings andere Aspekte wie zum Beispiel Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung, Meditation und vor allem Entspannung im Vordergrund. Trainieren kann man allein oder in Vereinen. Das Training im Freien ist dem Training in Innenräumen vorzuziehen. Wir im Verein trainieren aber vor allem in unseren Trainingsräumen. 

 Wie läuft so ein Tai-Chi-Training in Ihrem Verein ab? 

Tai-Chi ist sehr komplex und vielfältig und Vereine setzen teilweise unterschiedliche Schwerpunkte. So etwas wie Gürtel-Prüfungen, wie man sie aus dem Karate kennt, existieren allerdings nicht. Bei uns im Verein stehen der Gesundheits- und Entspannungsaspekt und das gemeinsame Miteinander im Vordergrund. Ähnlich wie beim Yoga, führen wir bestimmte Bewegungsformen dafür aus. Es gibt Übungen zum Entspannen, zur Stärkung des Gleichgewichtes oder es gibt auch Übungen, bei denen Waffen eingesetzt werden. 

 Waffen? Wie hat man sich das vorzustellen? 

Ursprünglich ist Tai-Chi wie gesagt eine Kampfkunst. Und dabei können auch Waffen eingesetzt werden. Das reicht vom Schwert über den Langstock und den Speer bis hin zum Fächer. Diese Waffen können aber auch für meditative Einzelübungen genutzt werden. 

Worin unterscheidet sich Tai-Chi sonst noch von anderen Kampfsportarten? 

Im Unterschied zu anderen Kampfsportarten geht es beim Tai-Chi eher um weiche und fließende Bewegungen. Man versucht, dem Gegner auszuweichen und seine Kräfte aufzunehmen und gegen ihn zurückzuführen. Welche innere Energie dabei entwickelt wird, kann man ganz schön sehen an sogenannten „Push-Hands-Übungen“ – was damit gemeint ist, kann man sich gut im Internet anschauen.  

Wie oft trainieren Sie und wie wirkt sich der Sport auf Sie aus? 

Leider schaffe ich es gerade nur, einmal in der Woche im Verein zu trainieren. Deswegen ist es gut, dass ich Übungen auch allein zuhause wiederholen kann, zum Beispiel im Garten. Spätestens beim Training merke ich, wie ich „runterfahre“ und allerspätestens nach dem Training tritt der Effekt ein, dass ich mich geerdet fühle. Es gibt eine schöne Beschreibung von Tai-Chi, die dies sehr gut auf den Punkt bringt: „Geschmeidig wie ein Kind, stark wie ein Holzfäller und gelassen wie ein Weiser“. Im Übrigen mache ich gerade einen Trainerschein, um auch Feedback zu erhalten, wie ich eine Gruppe beim Tai-Chi richtig leite. 

 Was würden Sie jemandem empfehlen, der Tai-Chi „mal ausprobieren“ will? 

Am besten ein Probetraining, bei dem man direkt mal mitmachen kann. Tai-Chi-Vereine gibt es in jeder größeren Stadt. Teilweise werden Vereine auch von Chinesen geleitet, die natürlich nochmal eine ganz andere fundierte Bildung zu Tai-Chi haben. Das Schöne an diesem Sport ist, dass man ihn bis ins hohe Alter ausüben kann. 

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Sportklettern Bouldern Duisburg

Physische und psychische Herausforderung

Sportklettern und Bouldern sind für Stephan Mallmann, Abteilungsleiter Cross Selling und Digitalisierungsverantwortlicher am Klöckner-Standort Duisburg, zwei wirksame Wege, Abstand vom stressigen Alltag zu nehmen und eigene Grenzen auszutesten.

Wie sind Sie zu diesem Sport gekommen?

Sportlich aktiv war ich schon immer. Aber zum Beispiel ins Fitnessstudio zu gehen, fand ich auf Dauer zu einseitig und auch etwas langweilig. Zusammen mit meinem Bruder habe ich nach einer vernünftigen Alternative gesucht und dadurch sind wir im Jahr 2007 auf Sportklettern und Bouldern gekommen.

 

 

Was ist denn der Unterschied zwischen Sportklettern und Bouldern? Beschreiben Sie mal!

Unter Sportklettern versteht man das am Seil gesicherte Klettern an Felsen oder Kunstwänden, bei dem nur Hände und Füße zur Fortbewegung verwendet werden. Künstliche Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Außerdem wird eine zweite Person als Sicherungspartner benötigt. Bouldern dagegen kann man allein ausüben. Darunter versteht man das Klettern ohne Sicherung an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Kletterwänden – und zwar in Absprunghöhe (ca. 5 m). Eine Matte am Boden bietet Schutz, falls man stürzt. Beim Bouldern wird oft mehr Kraft als beim Sportklettern benötigt, da hier die „Moves“ härter sind.

Wann machen Sie denn was – Bouldern oder Sportklettern?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst natürlich von den Gelegenheiten: Es gibt in meiner Region mehr Plätze zum Bouldern als hohe Kletterwände. Wenn ich keinen Partner zum Sportklettern finde, kann ich immer noch Bouldern, denn das geht ja auch allein. Nicht zuletzt hängt es auch davon ab, worauf ich gerade Lust und Laune habe.

Gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsstufen?

Ja. Es gibt verschiedene Faktoren, die die Schwierigkeit beim Klettern beeinflussen. Etwa die Neigung der Kletterwand, die Größe, Beschaffenheit und Form der Griffe und Tritte und wie weit diese auseinander liegen. Daraus ergibt sich der Schwierigkeitsgrad, der auch bei Wettkämpfen eine Rolle spielt.

Nehmen Sie selbst an Wettkämpfen teil? Was sind Ihre persönlichen Ziele?

Vor einer Schulterverletzung habe ich an diversen Jedermann-Wettkämpfen wie Soulmoves, Nightmoves, HardMoves oder dem KölnKletterMarathon teilgenommen. Nach einer OP habe ich leider nicht wieder zur alten Regelmäßigkeit und Form zurückgefunden ich arbeite derzeit daran. Mein Idealziel gerade ist es, drei Mal die Woche zu trainieren.

Wie wirkt sich das Klettern auf Sie aus – körperlich und mental?

Dieser Sport ist ein exzellentes Ganzkörpertraining, bei dem es auf eine gute Mischung aus Kraft, Technik und Beweglichkeit ankommt. Außerdem finde ich, dass Klettern den Kopf befreit. Wenn man von der Arbeit kommt und komplett zu ist, wird man gezwungen abzuschalten. Man muss sich vollständig auf die Route fokussieren, um auch erfolgreich klettern zu können. Mich motivieren die Herausforderung von immer anspruchsvolleren Routen, die Vielseitigkeit und das ständige Ausloten von Leistungsgrenzen.

Wo kann man diese Sportarten bei Interesse ausprobieren?

Das kommt auf den Lebensraum an. Wenn man Berge vor der Tür hat, bieten sich diese natürlich an. Für Anfänger ist es allerdings sinnvoll, in einer Kletterhalle unter kontrollierten Bedingungen zu beginnen. Zum Bouldern eignen sich besonders reine Boulderhallen, da hier die Kletterfläche effektiver auf die Sportart ausgerichtet ist. Auch für das Sportklettern gibt es eigentlich überall Kletterhallen. Empfehlenswert sind Hallen, die auch vom deutschen Alpenverein (DAV) als Stützpunkt genutzt werden. Hier ist es auch möglich, regelmäßig in Gruppen zu trainieren. Bouldern kann man einfach so ausprobieren, fürs Sportklettern muss man einen Sicherungskurs machen. Bei einem solchen Kurs sollte man darauf achten, dass er zumindest über mehrere Stunden geht, um ein solides Grundwissen zu erwerben. Auch hier kann man sich immer an DAV-Stützpunkten orientieren.

Welches Equipment braucht man?

Das Wichtigste sind die Kletterschuhe, die unterscheiden sich beim Bouldern und Sportklettern nicht. Normale Schuhe kosten zwischen 70 und 130 Euro. Wer Sportklettern machen will, braucht außerdem einen Klettergurt, der liegt bei etwa 100 Euro. Seile sind in den Hallen üblicherweise vorhanden, die braucht man also nur draußen in der Natur. Dann gibt es noch eine Vielzahl von manuellen bis hin zu vollautomatischen Sicherungsgeräten, das hängt vom eigenen Können und Anspruch ab. Preise liegen hier zwischen 15 und 100 Euro.

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Poolbillard Peter Wiesmeth

„Eine gute Mischung aus körperlichem Geschick und mentaler Disziplin“

Poolbillard spielt Peter Wiesmeth, Klöckner-Mitarbeiter beim Vertrieb Dach- und Wandprodukte der Niederlassung Regensburg, schon seit seiner Jugend. Sogar bei Deutschen Meisterschaften hat er seinen Queue bereits eingesetzt.

 

Wie sind Sie zum Poolbillard gekommen?

Durch meinen Vater, der übrigens auch hier am Standort Regensburg arbeitet, als LKW-Fahrer. Er hat selbst in Ligen gespielt. Aktiv spiele ich seit 1994 und wurde anfangs auch von meinem Vater trainiert. Er begleitete mich und auch andere Jugendliche auf zahlreiche Turniere damals – von der Jugend-Bezirksmeisterschaft über Landesmeisterschaft bis hin zur Deutschen Meisterschaft. Er leistete eine hervorragende Jugendarbeit.

 

Und wie üben Sie den Sport heute aus, neben Ihrem Vollzeit-Job bei Klöckner?

Jetzt habe ich natürlich weniger Zeit dafür als früher. Gerade trainiere ich so zwei bis drei Mal die Woche, in meinem Verein SP Regensburg. Ich spiele in der 1. Mannschaft in der Verbandsliga, die auch Landesliga genannt wird. Wenn man richtig trainieren und seine Leistung auch kontinuierlich steigern will, muss man schon viele Stunden in einer Woche dafür investieren.

 

Beschreiben Sie mal für einen Laien, was Poolbillard ist und wie das Spiel abläuft.

Grundsätzlich gibt es beim Poolbillard vier Disziplinen, daneben noch einige spezielle. Die Disziplin, die die meisten Menschen zum Beispiel aus Gaststätten kennen, ist das sogenannte 8-Ball. Dabei wird mit allen 15 Kugeln und dem weißen Spielball gespielt. Die 15 Kugeln bestehen aus 7 vollfarbigen und 7 gestreiften Kugeln sowie der schwarzen 8. Beide Spieler müssen versuchen, erst ihre jeweilige Farbgruppe einzulochen und zum Schluss die schwarze 8. Bei den Disziplinen 9-Ball und 10-Ball geht es darum, die Kugeln nach der Zahl aufsteigend in Reihenfolge zu versenken, wobei das beim 10-Ball mit Ansagen passiert: Ich kündige also an, welche Kugel in welches Loch ich spielen möchte. Die Disziplin 14/1 wiederum ist theoretisch ein endloses Spiel – es geht darum, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen und es muss keine Reihenfolge bei den Kugeln eingehalten werden.

 

Und wie funktioniert das bei Liga-Spielen?

Bei Liga-Spielen trete ich mit meiner 4-köpfigen Mannschaft gegen andere 4-köpfige Mannschaften an. Pro Duell gibt es immer drei Durchgänge. Im ersten Durchgang werden alle vier Disziplinen gespielt, dabei tritt in jeder Disziplin ein anderes Mannschaftsmitglied gegen einen Gegner an. Der zweite Durchgang ist ein Doppel-Duell im 9-Ball und 10-Ball, jeweils zwei Mannschaftsmitglieder treten gegen das andere 2er-Team an und wechseln sich beim Spielen ab. Und der dritte Durchgang läuft dann wieder genauso ab wie der erste Durchgang. Wer welche Disziplin innerhalb einer Mannschaft aus taktischen Gründen am besten spielt, das wird vorher im jeweiligen Team abgesprochen.

 

Was sagen Sie jemandem, der behauptet, Poolbillard sei körperlich nicht anstrengend?

Das stimmt einfach nicht. Erstens kann so ein Spieltag – ob mit der Mannschaft oder auch bei Einzelturnieren – sehr lange dauern, bis zu 10 Stunden. Das kann sehr anstrengend sein. Beim Poolbillard geht es zudem um totale Körperbeherrschung: Der Bewegungsablauf von der Schulter bis zum Unterarm und zur Hand muss da exakt passen. Ich finde, dieser Sport ist eine gute Mischung aus körperlichem Geschick und mentaler Disziplin.

 

Inwiefern wirkt sich der Sport denn mental auf Ihren Alltag aus?

Poolbillard hilft mir definitiv dabei, ruhiger und nervenstärker zu werden. Situationen, wo sonst große Anspannung herrscht, machen einem nicht mehr so viel aus. Wenn Du die letzte Partie spielst bei einer Meisterschaft und es ist eng und es hängt somit eine Menge von Dir ab, dann macht das was schon mit Dir.

 

Wie sieht Ihr persönliches Equipment aus für diesen Sport?

Meine Ausrüstung besteht aus einem Spiel-, einem Breakqueue, einer Ledertasche und diversen Pflegemitteln. Auch wenn das Ganze schon etwas älter ist, hat es einen ungefähren Neuwert von ca. 1.000 – 1.250 Euro. Was im mittleren Preissegment liegt.

 

Was würden Sie jemandem empfehlen, der Poolbillard „mal ausprobieren“ will?

Wenn jemand Interesse daran hat, sollte er sich einen Verein in der Nähe anschauen. Meistens kann man da günstiger spielen, als wenn man das hobbymäßig irgendwo macht – in einer Kneipe zahlt man so 7 bis 8 Euro die Stunde und Getränke kommen ja auch dazu. Außerdem hat man in Vereinen größere Zeiträume, in denen man spielen kann, und ist dadurch flexibler. Da Poolbillard ein Randsport hierzulande ist, freuen sich die Menschen dort auch besonders, andere von ihrem Sport zu begeistern.