Fokus Mensch

Gesundheits-Serie gesunde Zähne

Warum gesund im Mund beginnt

Unsere Gesundheits-Serie geht in die zweite Runde: Dieses Mal zeigen wir Ihnen, was Sie für gesunde Zähne – und nicht nur für die – machen können.

Sie sind ein körperliches Detail, das wir mit als erstes an einer anderen Person wahrnehmen: die Zähne. Sind sie sehr schief oder eher gelblich, beeinflusst das den ersten Eindruck von einem Menschen unweigerlich. Strahlend weiße und gerade Zähne dagegen gelten als attraktiv. Die ästhetische Zahnmedizin boomt und eine regelrechte „Do-it-yourself-Industrie“ hat sich in den letzten Jahren entwickelt – vom Bleaching bis hin zur Zahnpasta mit „Weißmachern“. So vorteilhaft ein schönes Aussehen – auch dank kosmetischer Hilfsmittelchen – sein mag, viel wichtiger sollte allerdings zunächst die eigene Zahn- bzw. Mundgesundheit sein. Eine gute Pflege und Prävention sind dabei das A und O.

Mundhygiene beeinflusst Gesamtgesundheit

In der Zahnmedizin setzt sich in den letzten Jahren zunehmend ein ganzheitliches Denken durch, sprich die Wechselwirkung von Zahn- bzw. Mundgesundheit und gesamtkörperlicher Konstitution. Bei genauerer Betrachtung wird dieser Zusammenhang auch einem Laien schnell klar: Wenn es Entzündungen in der Mundhöhle gibt, können Bakterien und Toxine leicht über die Blutbahn in den gesamten Körper gelangen. In der Fachwelt wird daher eifrig dazu geforscht, wie Erkrankungen im Mundraum zum Beispiel Herzerkrankungen oder Diabetes begünstigen. Sie sehen also: Eine gute Mundhygiene bedeutet weit mehr als nur saubere Zäune!

Karies und Parodontitis

Besonders klar wird das an der Parodontitis, im Volksmund „Parodontose“ genannt. Neben der Karies ist sie die häufigste zahnmedizinische Erkrankung. Bakterieller Zahnbelag (Plaque genannt) verursacht dabei Entzündungen des Zahnfleisches, das sich immer weiter zurückbildet, bis hin zum Zahnverlust. Häufig ist das mit Zahnfleischbluten verbunden. Wenn man sich vorstellt, dass im schlimmsten Fall alle Zähne davon betroffen sind, ergibt das eine sehr große Wundfläche – ein idealer Eintrittsort für ungewünschte Gäste in den Blutkreislauf. Karies, die andere „große“ Zahnerkrankung, wird ebenso ausgelöst durch Plaque, aber auch Faktoren wie Ernährung und Speichelmenge spielen eine Rolle. Die unschönen Folgen reichen von kleinen kariösen Läsionen bis hin zu tiefen Löchern, die Zahnverlust bedeuten können. Das ist bedauerlich, weil sich Karies mit der richtigen Prävention meist komplett vermeiden lässt.

So beugen Sie vor

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie empfiehlt auf ihrer Website zur Vorbeugung von Parodontitis folgende Maßnahmen:

  • Zwei Mal täglich gründlich die Zähne putzen mit der Zahnbürste
  • Ein Mal täglich die Zahnzwischenräume reinigen – mit Zahnseide und bei größeren Zwischenräumen (vor allem im Backenzahnbereich) eignen sich Interdentalzahnbürsten
  • Regelmäßige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt

Außerdem gilt Rauchen als ein Risikofaktor für Parodontitis – daher am besten darauf verzichten!

Auch Karies muss gar nicht erst entstehen. In der wissenschaftlichen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) werden – neben der erwähnten Zahnreinigung – weitere Präventions-Maßnahmen empfohlen:

  • Die Zahnpasta sollte fluoridhaltig sein; auch fluoridhaltiges Speisesalz im Haushalt ist sinnvoll
  • Menge und Häufigkeit von zuckerhaltigen Mahlzeiten und Getränken möglichst geringhalten
  • Zuckerfreier Kaugummi nach dem Essen ist gut, weil der so wichtige Speichelfluss dadurch angeregt wird

In der zahnärztlichen Praxis können dann noch weitere Maßnahmen, vor allem für Menschen mit hohem Kariesrisiko, sinnvoll sein – zum Beispiel fluoridhaltige Lacke, Gele oder Spüllösungen.

Gesund beginnt also im Mund. Mit einigen Verhaltensregeln können Sie nicht nur etwas für schöne Zähne, sondern für Ihre Gesundheit insgesamt machen.